Wie?

Wir werden oft gefragt, wie? Wenn wir erzählt haben, dass wir für ein halbes Jahr nach Neuseeland wollen, gab es meist eine dieser zwei Reaktionen: ja aber das geht doch nicht mit Job und vier schulpflichtigen Kindern – oder: wie macht ihr das? Auf die erste Reaktion haben wir meist nicht reagiert, denn warum soll es nicht gehen? Vielmehr haben sich natürlich auch uns vor allem diese Fragen gestellt:

  • Wie geht das mit vier schulpflichtigen Kindern?
  • Wie geht das mit unseren Jobs?
  • Wie geht das überhaupt?

Ein Jahr Kiwi” gibt sehr gute Tipps, wie man eine Auszeit in NZ organisiert – leider haben wir diesen Blog erst zu spät entdeckt und haben uns alles selbst zusammengetüfftelt, so dass wir mit den Vorbereitungen fast zwei Jahre beschäftigt waren.

Und so haben wir es gemacht:

Schule:
Die schulpflichtigen Kinder waren eher ein Grund, als eine „Hürde“, das Abenteuer in Angriff zu nehmen und das kam so: zunächst wollten wir nur eine „normale“ etwas verlängerte Reise nach Neuseeland unternehmen – aber schnell merkten wir, dass das mit der Schulpflicht der Kinder kollidierte. Vor allem in Bayern gibt es keine Möglichkeit, die Kinder für eine Reise von der Schule zu befreien. So dachten wir uns: Warum nicht die dortigen Sommerferien für eine Rundreise nutzen? Und so kam eines zum anderen: Unser neuseeländischer Freund (tausend Dank an Stephan Gilberg) empfahl uns das Nayland-College in Nelson, wir schrieben es unverbindlich an, bekamen eine überaus herzliche Antwort, wurden an Grundschulen weiterempfohlen, erkundigten uns bei unseren Schulen daheim – und so wurde aus der Idee ein Plan: Die Kinder sollten in Neuseeland ein halbes Jahr zur Schule gehen!

Mehr zum Thema Reisen mit schulpflichtigen Kindern gibt es z.B. hier: http://www.kidsaway.de/reiseplanung/vorueberlegungen/langzeitreise-mit-kind-schulfreistellung-fuer-die-weltreise-geht-das/

Wer etwas ähnliches plant, kann Alexandras Checkliste anfordern:

.

20161013_145324_hdr

Jobs:
Christoph beantragte ein Sabbatical (auch Sabbatjahr genannt) und bekam es dank verständigem Vorstand genehmigt. Eine bestimmte Zeit arbeitet man dabei voll, erhält aber nur ein reduziertes Gehalt und spart somit Zeit an, die man dann während des Sabbatzeit „abfeiern“ kann. In unserem Fall sparten wir eineinhalb Jahre an, und Christoph bekam dafür 6 Monate frei.

So etwas geht natürlich nur, wenn die Kolleg/innen und Mitarbeiter/innen mitspielen das Sabbatical unterstützen, und so sind wir allen voran Christophs Vertreterin Christiane Ehses sehr dankbar. Ohne ihren Einsatz wäre ein Sabbatical in dieser Form nicht möglich.

Mehr zum Thema Sabbatical: https://de.wikipedia.org/wiki/Sabbatical

Und Alexandra hat als “Freuberuflerin” mit ihrem Content Kaufhaus einen Job, von dem es immer so schön heißt: man kann ihn von überall auf der Welt machen. Warum also nicht einmal von irgendwo auf der Welt die Kunden mit Texten und Redaktion versorgen? Und auch hier zeigte sich: man muss mit den Leuten reden, dann bekommt man plötzlich unglaublich viel positiven Rückenwind! Die Kunden waren alle einverstanden, ihre Dienstleistungen für ein halbes Jahr vom anderen Ende der Welt zu bekommen, und fanden es teilweise sogar erst recht spannend…

Und wie geht es nun überhaupt, so eine Idee in die Tat umzusetzen? Mit viel Papierkram vor allem: hier kann unsere Checkliste angefordert werden.

20161010_114536_HDR.jpg

 

Wohnen:
Unser Glück war, dass wir in Neuseeland schon einen Kontaktmann hatten: Christophs alten Schulfreund Stephan Gilberg, der vor 20 Jahren ausgewandert ist. Er versorgte uns mit vielen Tipps: wo und wie wir wohnen könnten – und entschloss sich am Schluss selbst mit seiner Frau Melanie eine Auszeit zu nehmen, und uns sein Haus zu vermieten! Was sich als großes Glück erwies, denn es ist ein tolles Haus.

Und unser Haus haben wir ebenfalls für die Zeit untervermietet, wobei uns zu Gute kam, dass wir in einem „Unidorf“ wohnen, wo sowieso immer Studenten auf der Suche nach Zimmern sind…

Als Alternative wäre noch AirB&B oder ein Haustausch in Frage gekommen: unser Haus haben wir in einer Tauschbörse registriert, wo es auch immer wieder Anfragen nach „long-term-exchanges“ gibt – übrigens auch ein tolles Modell für Urlaub!

https://www.haustauschferien.com/de/

https://www.airbnb.de/

 

Alles in allem können wir nur sagen: Das Glück ist mit den Mutigen, und viele Hürden wurden plötzlich überwindbar, weniger, weil wir so akribisch geplant haben, sondern vielmehr, weil uns das Glück offenbar hold war – wir werteten das als gutes Zeichen und sagten also JA zum Abenteuer

Advertisements