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In … ist es wie in Neuseeland! Andere Länder, gleiche Eindrücke

Hier schreibt Alexandra:

“Neuseeland ist doch langweilig – die Gletscher sind in Südamerika viel eindrücklicher, Vulkane gibt es auch auf Island und die Alpen habt ihr doch selbst?” – “Warum seid ihr nicht nach Schottland? Da sieht es doch so ähnlich aus, dafür ist es viel näher!” Solche und ähnliche Ratschläge hatten wir vor unserem Abenteuer öfter zu hören bekommen und müssen ehrlich zugeben: ja, es sieht ganz schön oft in Neuseeland aus wie in Woanders. Auch jetzt können wir uns mitunter dem Spielchen “hier ist es wie in Neuseeland” nicht entziehen. Natürlich sind Landschaften oft irgendwie einander ähnlich, und je mehr man herumreist, desto mehr Ähnlichkeiten entdeckt man auch. Andererseits: nur weil es irgendwie ähnlich sein könnte wie woanders NICHT an einen Ort reisen, den man noch nicht kennt? Letztlich ist es ja immer die Summe aus Eindrücken, die dazu führt, dass man sich in ein Land und seine Leute verliebt… Und ja: in Neuseeland haben wir  uns sehr verliebt!

Neuseeland ist ein wenig unser Maßstab geworden: ist die Natur so grün/ so spektakulär/so verregnet? Sind die Cafes so bunt/ enjoyable/ gastfreundlich? Und wie sind die einheimischen Menschen und die Mitreisenden so drauf?

Ich habe das große Glück, dass ich schon viel herumreisen konnte, und habe so einiges an rein subjektiver Vergleichsgrundlage. Und da Neuseeland leider dann doch zu weit weg ist für eine ausgiebige Liebesbeziehung, sofern man nicht gleich auswandert, bin ich natürlich froh um alles, was meine Sehnsucht ein wenig kompensiert. Hier also meine Rangliste der besten Neuseeland-Ersatz-Herzensländer:

  1. Irland

Irland ist wie Neuseeland eine Insel, sehr grün mit Unmengen Schafen und viel Regen an der Westküste. Die Cafés sind immer bunt und voller Musik. Es herrscht Linksverkehr und man muss die Steckdosen erst “anknipsen”, bevor Strom herauskommt. Die Ampeln in Dublin müssen vom gleichen Hersteller sein wie die Ampeln in NZ, sie machen das gleiche Geräusch, wenn man auf diese großen runden Knöpfe gedrückt hat. Der Dialekt der Iren gefällt mir auserordentlich gut, und es gibt mit dem “Irish” (im Deutschen meist als Gälisch bezeichnet) ja auch noch eine zweite offizielle Sprache, die (wieder) Einzug in Kindergärten und Schule hält – ähnlich wie das Te Reo, die Sprache der Maori in Neuseeland.
Aber der wichtigste Grund, warum Irland meine Randliste anführt: Nirgends sonst außer in NZ und Irland habe ich von Kellnerinnen ein herzliches “Enjoy!” inkl. Herzchen oder Sonnensmiley auf Serviette oder Leftover-Box gemalt bekommen 🙂

 

2. Schweden

Auch in Schweden gibt es viel Meer, und die heimeligen bunten Holzhäuser mit farbigen und blumingen Tapeten an den Wänden. Und es ist wie Neuseeland das ideale Land für Menschen, die allzuviel Konkurrenzdenken abschreckt. Bei der Weltmeisterschaft im geduldig Schlangestehen haben beide die Nase konkurrenzlos vorne – und den Titel beide absolut verdient. Auch was Bescheidenheit und Zuvorkommenheit angeht, sind sich Kiwis und Schweden durchaus ähnlich, begründet durch ähnliche Sozialsysteme. Was den Kiwis das “Tall Poppy Syndrom” ist, ist den Schweden ihr “Folkhem“. Konkret: beiden Nationen gemein ist, dass sie vor allzugroßer sozialer Ungleichheit zurück schrecken und versuchen, alles so zu regulieren, dass keiner besonders bevorzugt werden kann. Das funktioniert mal besser, mal schlechter – die Kiwis haben jedenfalls in letzter Zeit einen ordentlichen Riss in ihr Bild einer gerechten Gesellschaft bekommen, das nun hoffentlich die jüngste Regierungschefin der Welt, Jacinda Ardern, wieder etwas kitten kann. Frauen in der grossen Politik – in beiden Ländern funtioniert die Gleichberechtigung ganz gut. Und was ebenfalls beide Nationen verbindet: schöne Geldscheine und die Liebe zum Königshaus. Und natürlich unendliche Weiten an unfassbar schöner Natur und faszinierende Küstenlandschaften!

In Lappland
Trekking in Schwedisch Lappland (auf dem Nammatj bei Kvikkjokk)

 

3. Südtirol

Hach diese Berge! Die sanften Hängen, an denen Obst und Wein so prächtig gedeihen.  Die Farben, die vor allem im Herbst alles zu bieten haben, was es an Rot-, Gelb- und Goldtönen so gibt. Wobei die Alpen in Südtirol den Neuseeländischen Alpen sogar noch etwas voraus haben: Infrastruktur! Man kann bequem mit dem Auto hinaufkurven, hat gut ausgebaute Wanderwege, und diese führen auch meist zu Almen oder Hütten mit phänomenal gutem Essen. Die Leute reden lustig und sind überaus freundlich, sowie Tourismusjunkies, die es geschafft haben, ihr Land zu einer Art Öko-Reise-Region zu machen. Und: Was den Kiwis Sir Edmund ist, ist den Südtirolern Reinhold Messner – auch wenn die beiden Extrembergsteiger charakterlich vermutlich diametral zueinander stehen…

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