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Schönheiten des Landes II

(chr) Über die eindrückliche Farbintensität in Neuseeland hatten wir schon an anderer Stelle berichtet. Diese Wahrnehmung hat sich in den letzten Wochen noch verstärkt: auf dem Weg von Nelson aus Richtung Nordwesten überquert man den kurvigen Takaka Hill in endlosen Serpentinen und landet schliesslich nach ca. 100 Kilometern in der Hippie-Hauptstadt Takaka selbst, die etwa 1300 Einwohner hat und das Zentrum der Golden Bay ist. Der Mainstream hier ist Flower-Power. Rucksackreisende und  bunt bemalte Campervans prägen das Ortsbild, junge Menschen in lässigen Klamotten streunen umher oder bieten auf Märkten Eigenproduziertes aller Art an. Einige Cafes im Ort sind in erdig-verwaschenen Farbtönen gehalten und offenbar der Treffpunkt der internationalen Community. Auch Hippie-Festivals finden immer wieder in der Gegend statt. Die “Hippieculture” hat in Takaka übrigens Tradition: im Ort ist noch ein altes Werbeblechschild für jugendstilbewegte Aufenthalte aus dem Jahr 1903 zu finden.

Der Weg nach Norden führt dann immer weiter durch immer wildere und rauhere Küstenlandschaft, vorbei am idyllischen Dorf Collingwood (in dem es eine viktorianisch gestylte Schokoladenmanufaktur gibt), über eine Schotterpiste, bis schließlich der Weg an einem wirklich magischen Ort endet: dem Wharariki Beach Holiday Park. Hört sich erstmal nach ziemlich viel Tourismus an, ist aber eigentlich nur ein sehr kleiner Campinglatz mit etwa 40 Stellplätzen, der von einem Landwirt als Nebenerwerb betrieben wird. Der Platz liegt inmitten einer tiefgrünen Wiesen-, Busch – und Waldlandschaft, in der Schafherden grasen. Doch das ist noch nicht das Besondere: von der Campsite aus führt eine schmaler Fußpfad, erst bergauf über Wiesen, dann ein kurzes Stück durch Urwald, hin zu dem schönsten aller Strände (auf dieser Welt?): dem Wharariki Beach. Es ist wirklich faszinierend: aus dem Wald heraus eröffnet sich plötzlich eine gewaltige Dünenlandschaft, die sich in den Pazifik absenkt. Dem Strand vorgelagert sind kleine Inseln und Felsformationen, die Archway Islands, die von


Höhlen durchzogen sind, durch die das Meerwasser rauscht. Vor den Felsen haben sich kleine Naturpools gebildet, in denen bei Ebbe die Seehunde mit ihrem Nachwuchs platschen. Ältere schwergewichtige Exemplare liegen auch ganz einfach auf den Sandbänken und dösen vor sich hin. Das Bild von den Archway Islands ist eines der verbeitetsten unserer Zeit: die Firma Microsoft hat es sich zu eigen gemacht und hat es als Hintergrundbild zu ihrem Windows-Programm erkoren. Die Bekanntheit des Bildes steht glücklicherweise in umgekehrter Relation zum faktischen Aufkommen an Besuchern: wir sind tatsächlich allein an dem riesigen Strand, als wir uns am Morgen den Felsen und den noch schläfrigen Seehunden nähern. Es sind wirklich bizarre Momente.


Von den Archway Islands führt dann ein Wanderweg hinüber zum sogenannten Cape Farewell, eine weitere Felsformation die den westlichen Punkt des Farewell Spits bildet, eine 32 Kilometer lange Landzunge, die wie eine Sichel in den Pazifik hineinragt und die Golden Bay nördlich begrenzt.

Die Landzunge ist streng geschützt und ständig in Bewegung. Sie soll sich nach Meinung der Fachleute in den nächsten 5 Jahren der Länge nach um 2 Kilometer ausdehnen. In der Wattlandschaft, die durch das Spit entsteht, stranden ofenbar immer wieder Wale und Walgemeinschaften, die ihre Orientierung verloren haben. Nicht immer schaffen sie es wieder heraus.
Der Ausflug in die Golden Bay hat uns massiv beeindruckt.

 

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