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Fantastic Food and where to find it

Hier schreibt Alexandra:

Zugegeben: ich hatte schon etwas Sorge, wie es wohl kulinarisch auf der anderen Seite der Welt werden würde. Beim Thema Essen bin ich zwar nicht gerade empfindlich, und esse im Prinzip alles, aber da ich alles gerne esse, macht es mich durchaus glücklich, wenn die Speisen liebevoll zubereitet, phantasievoll und schmackhaft sind – und bei aushäusiger Einnahme auch noch freundlich serviert werden, was ja in meiner bayrischen Heimat eher als untypisch gilt…

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Wandmalerei im Dangerous Kitchen in Takaka

Der erste Ausgeh-Abend in unserer Wahlheimat brachte sofortige Beruhigung und Beglückung: das Boathouse in Nelson, herrlich gelegen an der Hafenpromenade mit einem urigen Innenraum mit Bar, einem Wintergarten und einer Terrasse direkt über dem Wasser, traf voll meinen Geschmack! Ich aß einen überaus feinen Salat mit diversen frischen Ingredienzien, sowie einer passablen Anzahl knusprig gebratener Garnelen und ebenso knuspriger Nudeln (die es auch im Supermarkt gibt, und die ich seither auch über alle Salate werfe, was nicht nur auf Freude stößt…). Dazu ein Tasman-Beer vom Fass, das nach geheimnisvollen Pflanzen und Urwald schmeckte. Die anderen hatten Burger mit rote Beete Schnipseln garniert (Rote Beete ist hier das, was den Kaliforniern die Avocado…), Mandarinen-Fisch mit braunem Reis, Lamm… Alles sehr hübsch angerichtet und absolut köstlich! Besonders beeindruckt war ich vom Service-System: obwohl das Lokal sich zunehmend füllte (es stand auch noch ein Konzert von unserem Freund Steve Guitar Gilles und Creg Copland an), entstand keinerlei Stress bei den Kellnerinnen. Der Trick: jeder Gast orderte und bezahlte auch sofort an der Bar, bekam eine hübsche Dekostange mit Nummer, die er auf seinen Tisch platzierte und an der sich dann die Kellnerin orientiere, die nach kurzer Wartezeit das Essen servierte! Weiteres Highlight: kostenloses Wasser aus schönen Krügen zum Selberholen.

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In Neuseeland überall zu haben: Wasser!

Beides, das Nummernsystem und das „H2O to go“, ist hier überall die Regel. Ich habe beides sofort in mein von bayrischer Service-Qualität nicht gerade verwöhntes Herz geschlossen und bin nach wie vor begeistert! Auch preislich ist Essengehen angesichts der hohen Genussqualität durchaus im akzeptablen Bereich, ebenso wie das Einkaufen an sich. Das Preisniveau ist zwar insgesamt etwas höher, aber mit etwas Geschick kommt man dennoch zu viel Genuss: so ist etwa Gemüse im Supermarkt erheblich teurer als beim „Green Grocer“ oder auf dem Markt, wo es auch viel mehr Spaß macht einzukaufen.

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Green Grocer in Nelson

Fleisch und Fisch hingegen sind überall recht günstig. Es gibt „Watties“-Dosen in allen erdenklichen Sorten – und erstaunlich lecker! Was uns wie allen Deutschen fast überall im Ausland natürlich fehlt ist vernünftiges Brot: „Ziehharmonik-Toast“,

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Ziehharmonika-Toast: zusammendrücken und loslassen – es nimmt innerhalb kürzester Zeit wieder die Ausgangsform an…

alles fluffy und weißmehllastig. Mittlerweile haben wir aber einen Bäcker entdeckt, der passables „sourdough“-Bread fabriziert. Ansonsten erinnern und die riesigen Supermärkte wie „Pack’n Save“ (der neuseeländische Aldi) oder „Countdown“ etwas an Schweden: viele Dosen und Fertiggerichte, viele Großpackungen und gigantische Einkaufswägen, die man auch selbst einscannen und verpacken kann.

Unsere Vorstellung, die Kiwis seien besonders umweltbewusst bekam bei unserem ersten Supermarktbesuch einen ordentlichen Knacks: zwar ist es toll, dass es extra Halterungen für die Platiktüten gibt, um dem hilfreichen Personal das Einpacken zu erleichtern – mittlerweile lehnen wir diesen Service aber dankend ab und verpacken alles selbst in unsere mitgebrachten Pappkisten. Mal mehr, mal weniger zum Erstaunen der Kassierer/innen, immer aber uns sofort als Deutsche erkenntlich machend 😉

Mittlerweile finden wir uns in diesen Riesenhallen problemlos zurecht finden, und das Einkaufen hat bis auf die Summen seinen Abenteuercharakter verloren – wenn man bedenkt, wie unverschämt wenig wir in Deutschland für Lebensmittel ausgeben, ist es aber auch ganz heilsam, wenn einem nicht jeder Appel und Ei für ebensolche hinterhergeschmissen wird.

Wir essen hier durchaus anders als daheim: ein ausgiebiges Frühstück mit Spiegeleiern (mit frischen Kräutern aus dem Garten…) ist entspannt möglich, da ja die Schule erst um angenehm neun Uhr beginnt, „Tea“ und „Lunch“ in Form von Obst und Sandwichen bekommen die Kinder in die Schule mit, und da sie somit meist schon früh „echten“ Hunger haben, gibt es meist bereits gegen fünf/halb sechs Abendessen: viel Indisches, viel mit Fisch, und natürlich ab und zu etwas auf den Grill…

Und Ausgehen: das ist wirklich immer rundum Genuss, und Verwöhnt werden, und wir können gar nicht sagen, ob wir am liebsten ins Jester House gehen, zum Melrose Café, ins Cable Bay Café, zu Lambrettas oder einfach ins Beach Café am Strand.

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Unsere Regel: jeden Vormittag einen Kaffee in einem der unglaublich vielen, unglaublich schönen Cafés, die Nelson und Umgebung zu bieten hat. Und jedes Mal wieder verfallen wir in Verzückung, wenn uns fürsorgliche Menschen liebevoll zubereitete Scones mit Datteln, Muffins mit Schokolade und karamelisierten Bananen oder Rosenlimonade dazu servieren…

Mehr zum Thema Kaffee-Kultur lest ihr auch im Artikel Enjoy.

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