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Enjoy our Hospitality

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(Chr) Dass die Neuseeländer und Neuseeländerinnen besonders freundlich sind, ist eine Beobachtung, die in jedem Reiseführer Erwähnung findet. Wir waren also einigermaßen gespannt, wie sich die Zuvorkommenheit unseres Gastlandes konkret äußern würde.
Zuallererst frappierte uns, dass im neuseeländischen Schulwesen “Gastfreundschaft” (Hospitality) ein ordentliches Wahlfach im nationalen Lehrplan ist. Und zwar bei den “Senior students”, also den älteren Schülerinnen und Schülern ab Klasse 11 (entspricht in Deutschland Klasse 10). Für Lucy und Matthias, die in Nelson das Nayland College in dieser Klasse besuchen, war das natürlich eine Herausforderung: Mathe abwählen – und durch Hospitality ersetzen. Offiziell Gastfreundschaft lernen also. Nach zwei Wochen können wir noch nicht genau sagen, was die beiden für Resultate mit auf ihrem Lebensweg nehmen, jedenfalls: auf der Stundentafel stand in den ersten zwei Wochen ein Kaffeekochwettbewerb (an einer “richtigen” Cafe-Kaffeemaschine) mit dazugehörigen Drumherum (Service, Kommunikation, Herrichten, Spülen). Über das Bildungswesen in Neuseeland werden wir hier noch später berichten, nur soviel steht fest: wir gehen davon aus, dass wir zuhause nie wieder schlechten Kaffee trinken und von unseren Kindern immer freundlich hofiert werden. …
Ob das Schulfach Hospitality letztlich entscheidend für die tatsächlich große Freundlichkeit der Einheimischen ist, sei dahin gestellt. Eines steht fest: das Gefühl, willkommen zu sein, wird allerorten unmittelbar verbreitet und ausgelöst. Zwar klingt das “How is your day?” zu Beginn einer Unterhaltung eher floskelhaft, die Neugier am Anderen und Fremden ist jedoch nicht gespielt. Sogar an den Supermarktkassen führen die Angestellten mit uns Gespräche über unsere Herkunft, unsere Pläne, und geben uns Reise- und Ausflugtipps (ohne dass aus der Schlange hinter uns auch nur eine einzige Meckerstimme ertönen würde).
Der für uns besonders freundliche Umgang zeigt sich oftmals in kleinen Unterschieden zur Heimat (sofern die Heimat in Bayern ist, können es auch größere Unterschiede sein): Im Hafenrestaurant von Nelson bestellen wir einen “Longblack”, einen schwarzen Kaffee, und erhielten dazu nicht nur einen vorzüglichen Dattel-Scone, sondern auch eine Serviette, auf der handschriftlich ein “Enjoy” der Kellnerin verzeichnet war. Dass sie 10 Minuten später so einiges über uns wußte, und sich 2 Tage später auch noch daran erinnerte, war offenbar inclusive. Der größere Unterschied zu einem bayerischen Lokal wäre der, dass sicher keines der “Add-Ons” dazu gehören würde, und dass eine gewisse devote Haltung des Gastes  im Hinblick auf eine eventuell mögliche und dann vor allem grantige Bewirtung angezeigt gewesen wäre.
Und auch im öffentlichen Strassenverkehr vermittelt ein schöner Wortschatz Höflichkeit bzw. Freundlichkeit: es heißt nicht “Vorfahrt achten!”, sondern  “give way”, wenn man in eine Kreuzung einfährt. Trotz Linksverkehr gilt dabei übrigens “Rechts vor Links”.

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6 thoughts on “Enjoy our Hospitality

  1. Wer einmal im örtlichen Käsegeschäft den Charme des Personals zu spüren bekam, muss sich bei Euch wohl wie im Himmel fühlen

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